Verbandsliga: TuS Mechtersheim – FSV Offenbach

TuS Mechtersheim – FSV Offenbach 4:3 (2:2)

Tore: 1:0 Ismael Imre (25.), 1:1 Christoph Wörzler (27.), 1:2 Alexander Wiemers (31.), 2:2 Thorsten Ullemyer (32., FE), 2:3 Wörzler (48.), 3:3 Ullemeyer (59.), 4:3 Ullemeyer (86., FE)

Zuschauer: 350

70 Minuten lang war es so wie ich mir bzw. man sich ein Lokalderby vorstellt. Dass da der Ligafavorit gegen einen Abstiegskandidaten spielte, spielte überhaupt keine Rolle. Das Ganze war relativ ausgeglichen, super spannend, und nicht nur wegen den 4 Toren nach einer guten halben Stunde total sehenswert.

Seiner Favoritenrolle schien der TuS schnell gerecht werden zu können, aber Eric Veth vergab in der 18. Minute, ca. 1m vor der Torlinie stehend, die große Chance zur Führung. Sah erbärmlich aus, Veth kam jedoch eher unerwartet zu dieser Gelegenheit und wurde wohl überrascht. Noch nicht schlimm, das 1:0 fiel 7 Minuten später. Offenbach konnte einen TuS-Angriff nicht entscheidend klären, Ismael Imre netzte im Nachschuss zum 1:0 ein. Lange währte die Freude bei den Gastgebern nicht. Nur 2 Minuten (27.) danach war eine echte 9, Christoph Wörzler, zur Stelle und glich zum 1:1 aus. In der 31. gelang es den Gästen sogar in Führung zu gehen. Alexander Wiemers nutzte ein gutes Zuspiel und knallte die Kugel unhaltbar in den Winkel, 1:2. Die Jubelphase war dann noch kürzer als die des TuS von vorhin, dauerte genau 1 Minute. In der 32. war es auf der Gegenseite Timo Steigner, der Angelo Ietro elfmeterreif zu Fall brachte. Thorsten Ullemeyer verwandelte sicher (siehe Video) – sein erstes von insgesamt 3 Toren!
Veth tauchte in der 35. allein vor FSV-Keeper Dennis Mandery aus und scheiterte an diesem – fast schon ein wenig tragisch die Nicht-Chancenverwertung des besten Mechtersheimer Schützen (17 Saisontore). Mit dem bis dahin gerechten Unentschieden ging es in die Kabinen.

Foto: Christoph Wörzler erzielt gegen Philipp Schilling den 1:1 Ausgleich

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3 Minuten nach Wiederanpfiff, in der 48., arbeitete Michael Bittner auf Außen vorzüglich vor, Wörzler hatte es dann nicht mehr allzu schwer das 3:2 einzutüten. Mechtersheim hatte zuvor und auch da deutliche und unerwartete Abwehrschwächen gezeigt, das wussten die schnelle Offenbacher Angreifer fast optimal zu nutzen. Nach knapp einer Stunde trat wieder der Ex-Offenbacher Ullemeyer im Offensivbereich in Erscheinung. Eine gute Flankenhereingabe von Mihaj Petrescu verwertete er am langen Pfosten zum 3:3. Viele Zuschauer haben in der Situation ein Handspiel von „Ulle“ gesehen, der Schiedsrichter nicht.

Soweit so gut, aber nun brachte sich Schiedsrichter Marcel Schütz richtig in den Blickpunkt. Mein Eindruck von Beginn an, dass er die Offenbacher, vor allem die an der Bank und in deren Nähe auf dem Kieker hat, wurde nun bestätigt. Gleich zu Beginn des Spiels ermahnte er Dietmar Bittner sich zu zügeln. Was da zu monieren gewesen sein soll, entzieht sich meiner Kenntnis – die Mechtersheimer Bank war insgesamt deutlich lauter, ausfällige Äußerungen Bittners waren nicht zu verzeichnen.
Da ich zwischen den Bänken stand, kann ich sagen, dass weder von der einen noch von der anderen Seite in irgendeiner Weise gepöbelt wurde. Im Gegenteil, im Vergleich zu anderen Partien war es sogar recht „leise und gesittet“. Getoppt wurde das jedoch in der 70. Minute als Schütz das Spiel unterbrach und mindestens 3 Ordner forderte, die sich neben die FSV-Bank und vor die Offenbacher Fans postieren sollten. Vorher wollte er das Match nicht fortsetzen. Keiner außerhalb des Platzes wusste, weshalb der Schiedsrichter sich provoziert oder bedroht fühlte, trotzdem trieb der TuS drei Ehrenamtler auf, die sich die schicken maßgeschneiderten Ordner-Leibchen überstreiften.
Gut, die Security hatte die Offenbacher Hooligans nun im Griff, es konnte sportlich weiter gehen.

Foto: Das ist der Beweis: Die Security Abteilung des TuS hat alle Mühe die außer Rand und Band geratenen FSV-Offenbach-Fans in Schach zu halten

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77. Minute: Michael Bittner trifft mit seinem Schrägschuss von halbrechts nur den Pfosten
78. Minute: Ein Treffer Mechtersheims findet wegen Abseits keine Anerkennung

86. Minute: Der Schiedsrichter beschert Mechtersheim mit seinem Pfiff ein Elfmetergeschenk und die Möglichkeit mit der erneuten Führung einen Dreier einzufahren, oder besser gesagt, den Offenbachern einen verdienten zu Punkt zu verwehren. „Gefoult“ wurde Eric Veth, Ullemeyer verwandelte traumhaft sicher zum 4:3. Ich habe danach keinen getroffen, der den Elfer als gerechtfertigt ansah. Falls es doch jemanden geben sollte, möge er (sachlich) kommentieren.
Die gelbe Karte in der Nachspielzeit für meinen „Banknachbarn“ Dominic Bach für NIX, passte ins Bild.

Der Offenbacher Schlussoffensive fehlte die nötige Durchschlagskraft aufgrund – nicht verwunderlich – schwindender Kräfte. Mechtersheim feierte anschließend (zurecht) den Sieg, während die Offenbacher inklusiv Trainer Bittner (genauso zurecht) übelst angefressen waren.
Wird der TuS Mechtersheim mit einem oder zwei Punkten Vorsprung Meister, darf man sich bei o.g. Stelle bedanken. Würde Offenbach aufgrund eines fehlendes Punktes absteigen müssen, ist auch klar, wo man sich „bedanken“ kann…

Video: Das 2:2 per Foulelfmeter von Thorsten Ullemeyer [recorded by TR7]



Kommentare

Verbandsliga: TuS Mechtersheim – FSV Offenbach — 2 Kommentare

  1. Da ich zu den sogenannten „Offenbacher Hooligans“ gehöre, wie man auf dem Bild erkennen kann, kann ich mich hier auch mal zu Wort melden.

    Das wohl übelste Schimpfwort, was aus unserer Richtung kam, war „Depp“ und das wars.

    Wenn ein Schiedsrichter mit diesem „verbalen Druck“ in einem solchen Derby nicht umgehen kann, dann ist er mMn hier absolut fehl am und auf dem Platz.

    Wenn man als Schiri vor und während der ersten 20 Minuten ein solche Arroganz an den Tag legt und dann merkt, wie das Spiel einem entgleitet, dann muss man es nicht an den Zuschauern auslassen, sonder Stärke & Würde zeigen und sich selbst hinterfragen.

    Und wenn er wissen möchte, was verbale Entgleisungen und Androhungen sind, darf er gerne mal mit mir am Wochenende auf Fussballreisen durch unsere schöne Pfalz gehen, dann zeig ich ihm mal, wie harmlos wir waren.

    Aber er hat uns ja eh bestraft mit seinem scheinheilligen Elfmeter & dem Handtor von Ulle.

    Deshalb, alles gute auf dem weiteren Lebensweg, aber bitte, bitte, bitte, komm nicht wieder in unsere schöne Südpfalz, denn das haben wir nicht verdient.

    Liebe Grüße

    Euer Michel

  2. Also es ist nicht das erste mal das der FSV durch fehlentscheidungen benachteiligt wurde und das kann auch am ende entscheidend sein

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