Zeitmaschine 21. Februar 2004: TuS Mechtersheim – SV Weingarten

Anlässlich des Testspiels SV Weingarten gegen TuS Mechtersheim (am 28.06.2017) ein kleiner Blick 13 Jahre zurück ins Jahr 2004.
Weingarten spielte damals in der Oberliga, Mechtersheim noch in der Verbandsliga. In der Verbandspokal(zwischen)runde tat sich die hoch favorisierte Mannschaft von Peter Rubeck lange schwer gegen die von Ralf Gimmy taktisch hervorragend eingestellten Mechtersheimer. Am Ende, nach Verlängerung setzte sich Weingarten doch klar durch und gewann dann auch, nach Verlängerung und Elfmeterschießen, gegen die Amateure des 1.FC Kaiserslautern. Von dieser Partie liegen auch Bericht und Fotos vor…

Der Original Spielbericht vom 21. Februar 2004

Oddset Verbandspokal
TuS Mechtersheim – SV Weingarten 0:4 n.V.
Das Endergebnis täuscht gewaltig über den Spielverlauf und die -verteilung hinweg, ist im Endeffekt nicht unverdient, aber 2 Tore zu hoch ausgefallen.

Vielleicht lag es daran, dass Rubecks Wunschelf platzte, als Protzel nach dem Warmmachen seinem Trainer absagen musste, für ihn kam kurzfristig Daniel Unruh zum Einsatz. Doch das wäre es sich zu einfach gemacht und den Hausherren gegenüber ungerecht.

Der Verbandsligist war von seinem Trainer Gimmy mit genau der richtigen Taktik eingestellt, um den SVW erst garnicht ins Spiel kommen zu lassen, was fast über die ganzen 90 Minuten auch funktionierte. Durch geschicktes Verschieben in Richtung des ballführenden Gegenspielers, wurden die Räume eng gemacht und Pressing schon an der Mittellinie machten einen geordneten Spielaufbau für Weingarten schlicht unmöglich. Der SVW hatte folgerichtig in der ersten Halbzeit dann auch überhaupt keine auch nur annähernd ernst zu nehmende Torchance. Im Gegensatz dazu, hätte der TuS in der ersten halben Stunde, das Spiel entscheiden können, ja müssen. Erste Chancen dazu waren in der 3. und 6. Minute gegeben. Besser noch waren die von Cölsch in der 16., als er auf das SVW-Tor zuläuft und etwas überhastet nur einen Roller rausbringt, und in der 24. von Strehl, dessen Flachschuss Zoll zur Ecke klären kann. Über ein 2:0 für die Hausherren hätte sich niemand beschweren können.

Nach der Chance für Strehl machte Mechtersheim seinen Kardinalfehler des Spiels, sie setzten nicht nach. Nicht dass Weingarten jetzt besser ins Spiel gefunden hätte, das Pressing funktionierte nach wie vor. Aber die Gastgeber hatten scheinbar Angst vor der eigenen Courage bekommen und ließen das Spiel bis zum Halbzeitpfiff vor sich hin plätschern.

Nach der Pause kam Bigvava für Unruh, den erfahrenen Georgier einzuwechseln schien eine geeignete Maßnahme, um Ruhe ins Weingartener Spiel zu bringen und den bis dahin einzigen Stürmer, Soroberto, zu unterstützen. Und in der 49. Minute schien dies auch zu fruchten. Der Nachschuss von Bigvava nach Freistoß von Franciamore ging nur knapp am Tordreieck vorbei und war die ERSTE Torgelegenheit des SVW im Spiel. Damit war das Strohfeuer allerdings schon wieder vorbei, Mechtersheim übernahm wieder das Ruder und hatte zwischen der 58. und 75. Minute noch 6 gute Chancen das Spiel für sich zu entscheiden, aber vor allem Cölsch und Strehl vergaben teilweise unkonzentriert und überhastet.^

Foto: Der vorletzte Trainer des damaligen SV Weingarten, Peter Rubeck, in Aktion…

Mitte der 2. Halbzeit ging Rubeck hohes Risiko indem er auf volle Offensive setzte und Gauch für Slatnek und Neuzugang Burch für Backmann brachte. Erstes konkretes Ergebnis dieser Wechsel war in der 76. ein Schuss direkt in die Arme von Torwart Schreiner aus aussichtsreicher Position von Gauch.

Die restlichen 15 Minuten der regulären 90, waren dann Pokalfight ohne Höhepunkte vor den Toren mit einigen Nickeligkeiten, auch aufgrund schwindender Kräfte, die der gute Schiedsrichter aber schnell in den Griff bekam. So ging ein wenig spektakuläres, dazu war es zu einseitig, aber taktisch sehr interessantes Fußballspiel zu Ende und in die 2×15 minütige Verlängerung.

Der Knackpunkt des Spiels und die Wende zu Gunsten des SVW gleich in der 1. Minute der Verlängerung. Eine hohe Flanke von rechts wird von dem bis dahin fehlerfreien TuS-Torwart Schreiner unterschätzt, der Ball senkt sich am langen Pfosten ab und findet in Soroberto, dessen Gegenspieler zu weit weg steht, einen hellwachen Abnehmer zum erlösenden Führungstreffer. Damit war das Eis gebrochen, der SVW spielte nun befreiter auf, wenn auch Mechtersheim sich bei weitem noch nicht aufgab, aber jedem war klar, dass ein Rückstand gegen den Oberligisten nur sehr, sehr schwer zu egalisieren sein wird. In der 98. eine Koproduktion der Einwechselspieler, Gauch auf links mit einem gescheiten Pass nach innen auf Bigvava, der allerdings am gut reagierenden Torhüter scheitert. Das 2:0 fällt aber dann nur 2 Minuten später, als Conrad im Gewühl im Fünfmeterraum einen Schuss von Soroberto die richtige Richtung ins Tor gibt. Damit war das Spiel entschieden, wenn sich Mechtersheim auch nocht nicht aufgab, aber seine letzte Chance zum Anschlusstreffer in der 109. Minute hektisch vergab.

Ab 10 Minuten vor Schluss gab Rubeck die Devise aus, die Bälle nur noch nach vorne zu dreschen, um das Ergebnis zu verwalten und den Sieg über die Runden zu bringen. Zum Glück für die Zuschauer, die nun noch guten schnellen Fußball zu sehen bekamen, hielten sich seine Spieler nicht daran, übernahmen im Gefühl des sicheren Sieges die Kontrolle des Spiels und konterten den Gastgeber permanent aus. Das führte folgerichtig zum 3:0 und 4:0. Das 3:0 durch Franciamore, der mit seinem Foulelfmeter, verschuldet von Schreiner an Soroberto, zunächst an dem Verursacher scheiterte und den Nachschuss dann doch im Gehäuse unterbrachte. Das 4:0 nach einem schnellen Konter von Burch, der von rechtsaußen nach innen passte, wo der freistehende Soroberto keine Mühe hatte seinen 4. Pokaltreffer innerhalb einer Woche zu markieren.

Fazit: Mit etwas Glück wurde das ungeplante, weil in die Saison-Vorbereitungsphase terminierte, Zwischenspiel gemeistert. Nun dürfen sich die SVW-Fans auf die „richtige“ 4. Runde freuen, in der es gegen die Amateure des FCK geht und wo der SVW mit Sicherheit nicht chancenlos ist.


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