Verbandsliga: Jahn Zeiskam – FV Dudenhofen

Jahn Zeiskam – FV Dudenhofen 2:1 (1:0)

Tore: 1:0 Serkan Toker (37.), 2:0 Tolga Tuna, bzw. ET (74.), 2:1 David Gerner (90.+1)

Zuschauer: 550

Hoch verdienter Sieg für Zeiskam im Derby vor schöner, frühabendlicher Kulisse.
Durch das Auslassen einiger guter Torchancen, machte sich Zeiskam selbst das Leben, sprich das siegen schwer. So geriet der Dreier in der 3-minütigen Nachspielzeit sogar nochmal in Gefahr.

Bericht: T.W.:

Vor der stattlichen Kulisse von 550 Zuschauern fand gestern Abend das Verbandsligaderby zwischen Zeiskam und Dudenhofen statt. Von Beginn an gab die Heimmannschaft Gas und schon nach zwei Minuten erzielte Leonhard nach feinem Doppelpass mit Hafner das vermeintliche 1:0, jedoch war er leider beim Abspiel im Abseits und das Tor fand korrekterweise keine Anerkennung. Aber die Weichen waren damit sofort auf Angriff gestellt und das sollte auch im kompletten 1. Durchgang so bleiben. Konsequentes Pressing, gute und sichere Ballstafetten sowie immer der Drang zum gegnerischen Tor zeichneten die Jahner aus.

Die Gäste dagegen fanden überhaupt nicht statt in der 1. Halbzeit und hatten dem Druck der Zeiskamer nur eine gesunde Härte entgegenzusetzen. In der 17. Spielminute benötigte der Turnerbund zum ersten Mal ein Foulspiel, um die Aktionen von Dudenhofen zu unterbinden. Bis dahin hatten die Gäste schon mehrmals sich nur mit einer unerlaubten Aktion helfen können. Immer einen Schritt zu spät und nur am Reagieren, wurden die Bälle fast immer planlos nach vorne geschlagen und man rückte auch nicht entscheidend nach. So hatten es die beiden Innenverteidiger Thiede und Steinel recht einfach, die Gäste in Schach zu halten und Hess verlebte eine sehr ruhige 1. Halbzeit. Sein Gegenüber Johann jedoch war mehrmals im Mittelpunkt des Geschehens und musste immer hellwach sein. Fast wäre ihm ein fataler Fehler unterlaufen, als er in der 7. Spielminute den Ball fallen ließ und Leonhard sehr gut nachsetzte, der Ball aber auf der Linie geklärt wurde.

Gerade über die rechte Angriffsseite der Zeiskamer lief viel und immer wieder schafften es Kiefer und der sehr agile Burak Tuna Löcher in die Abwehrkette zu reißen und Barin war sichtlich überfordert, dort für Ruhe und Sicherheit zu sorgen. Ganz im Gegenteil sorgte er direkt durch einen absolut überflüssigen Klops an der Torauslinie in der 24. Spielminute für noch mehr Verunsicherung, als er sich von Kiefer abkochen ließ und dieser von der Torauslinie alleine auf Johann zu lief. Doch anstatt den Ball zurück oder quer zu legen, entschied sich Kiefer für den Torabschluss und da war Johann aufgrund des sehr spitzen Winkels klar im Vorteil und entschärfte den Ball.

Aber es wäre zu einfach alles an Barin festzumachen, was in der 1. Halbzeit auf links schief lief bei Dudenhofen. Zu oft fehlte ihm auch die Unterstützung und er war gezwungen die Fehler der Vorderleute auszubügeln. Alles in allem ein gebrauchtes Spiel für ihn, das durch die Auswechslung zur Halbzeit ein frühes Ende fand.

Zurück zu den Gastgebern, die ab der 31. Minute im Minutentakt zu Chancen kamen und einen enormen Druck aufbauten. Gerade jetzt zeichnete sich Burak Tuna als Taktgeber und gute Offensivwaffe aus. Zuerst konnte in der 31. Minute ein toller Flankenlauf von ihm noch gerade geklärt werden. Dann setzte sich Hafner geschickt durch und steckte den Ball fein auf Koch durch, dieser war aber in der 32. Spielminute zu unentschlossen und vertändelte. Nur eine Minute später setzte sich wiederum Hafner gekonnt durch, jedoch war bei seiner Flanke Leonhard einen Schritt zu spät. In der 34. Spielminute dann das erste Mal die Kombination Burak Tuna auf Toker, dessen Distanzschuss von Johann entschärft werden konnte. In der 39. Minute war es dann aber soweit; Tuna legt geschickt auf Toker ab und der ließ mit einem satten Schuss in den linken Winkel Johann keine Chance – das längst fällige 1:0.
Mit diesem Spielstand ging es dann auch in die Halbzeitpause.

In der Halbzeitpause konnte ich ein kurzes Interview mit Engin Koc, dem verletzten Spieler der Zeiskamer führen. Er sprach von einer mehr als verdienten Pausenführung der Gastgeber, und dass es schön mit anzusehen sei, wie die taktischen Vorgaben 1zu1 umgesetzt werden. Einzig die Chancenauswertung hatte er zu bemängeln. Angesprochen auf sein Comeback, konnte er vermelden diese Woche wieder mit dem Lauf- und Physiotraining zu beginnen und das er in ca. 3 Wochen wieder zur Verfügung stehen will. Viel Glück dafür von meiner Seite.

Auch unser Vizepräsident, Herr Veth, war vor Ort. Sein Halbzeitfazit fiel kurz und prägnant aus. Er war enttäuscht von der Dudenhofener Leistung und sprach von einem total überlegenen Gastgeber, der nur zu fahrlässig mit seinen Torchancen umging.

Zur 2. Halbzeit kam auf Dudenhofener Seite Klose für Barin. Wer erwartet hatte, dass nach der Pause die Gäste nun mit mehr Elan und Wille auf den Platz kommen würde, wurde erstmal enttäuscht. Denn wiederum waren es die Zwiebeldörfler, die sehr gut starteten. In der 49. Minute umkurvte Koch erst Johann, legte dann per Hacke zurück auf Hafner, dieser schloss aber 7 Meter vor dem Tor nicht ab, sondern legte zurück auf Toker, dessen Versuch abgeblockt werden konnte. Zu unentschlossen war auch Kiefer in der 56. Minute, als er alleine auf Johann zulief; anstatt eines konsequenten Abschlusses versuchte er es auf die filigrane Art. Sein Innenspannschuss konnte von Johann entschärft werden.

Nun begannen die Dudenhofener ihrerseits auch etwas offensiver zu werden und Rami Zein hatte plötzlich die Chance alleine vor Hess (61. Minute), der aber den Drehschuss parieren konnte. Dann kam die 71. Spielminute und fast eine Parallele zur 49., nur hießen diesmal die Protagonisten Kiefer und Toker, die sich wiederum den Ball im gegnerischen 16er so lange zuspielten, bis er endlich von Dudenhofener Seite geklärt werden konnte.

Es folgten die zwei Minuten des Tolga Tuna. Zuerst ließ er einen 25 Meter Freistoß auf das gegnerische Gehäuse ab und Johann hatte große Mühe den Ball zum Eckball zu klären. Eben jener Eckball führte zu einem Kopfball von Tuna, welcher nur noch von Ramis Zein ins eigene Tor bugsiert werden konnte. Ja, ein Eigentor, aber sicherlich kein unerzwungenes, sondern ein forciertes. Die Frage darf man aber der Dudenhofener Abwehr schon stellen, wie es sein konnte, dass Tuna fünf Meter vor ihrem Gehäuse so frei zu Kopfball kommen konnte. Dieses Abwehrverhalten war einfach grob fahrlässig und musste bestraft werden.

Bezeichnend für das Gästespiel ein Torabschluss aus der 76. Spielminute von Rostamzada, der den Ball aus ca. 25 Metern über den Fangzaun schoss. Eine schöne Geste von Trainer Pita, der sowohl in der 80. als auch in der 86. Spielminute mit Stubenrauch und Mees zwei A-Jugendliche zu Kurzeinsätzen einwechselte und weiter Verbandsligaluft schnuppern ließ.

Foto: Tolga Tuna wird als Schütze des 2:0 geführt; letztendlich war es Rami Zein, der beim Rettungsversuch den Ball über die Linie bugsierte.

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In der 82. Minute lief der immer präsente Kiefer alleine auf Johann zu, er entschloss sich aber nicht selbst abzuschließen, sondern den Ball auf Koch quer zu legen. Leider war dieser laut Assistent im Abseits und somit war wieder eine Großchance liegen gelassen worden. Und wie kommt es im Fußball, wenn man selbst die größten Chancen liegen lässt? Ja genau, der Gegner trifft. In der 90. Spielminute war es Gerner, der nochmals für Spannung in der Nachspielzeit sorgte und den 2:1 Anschlusstreffer markierte.

Jedoch brachten die Zeiskamer die 3-minütige Nachspielzeit unbeschadet über die Runden und feierten somit ihren Derbysieg laut und ausgelassen im Kreis nach dem Spiel. Artig wurde sich auch bei den vielen Fans bedankt und es stand einem ausgelassenen Abend nichts mehr im Wege.
Eine Anmerkung noch zum Schiedsrichter Ingo Hess: einfach unauffällig und somit wohl die beste Kritik für einen Schiedsrichter in einem Derby. Seine Entscheidungen saßen und er zog seine Linie – manche hätten gerne mehr Karten gesehen, was ich für übertrieben und falsch halte – konsequent durch und war immer Herr der Lage.

Die beiden Trainer nach dem Spiel:
Christian Schultz (Dudenhofen): „Es war eine indiskutable Leistung meiner Mannschaft heute. Ich bin brutal enttäuscht von der Vorstellung meiner Truppe. Kein Herzblut, kein Wille, so kann man einfach nicht auftreten. Ich habe keine Probleme damit in Zeiskam zu verlieren, aber so nicht. Wir haben hier schon mal fünf Tore geschluckt, aber waren mehr bemüht und hatten alles versucht. Das war heute absolut nicht der Fall und die Zeit für Alibis und Entschuldigungen ist vorbei. Es wird für den Sonntag definitiv Veränderungen in der Startformation geben und wir werden dieses Spiel morgen im Training aufarbeiten und Tacheles reden.“

Sahin Pita (Zeiskam): „Heute bin ich bis auf die Chancenverwertung rundum zufrieden. Es freut mich zu sehen, dass wir in der Entwicklung merklich vorwärts kommen und die Mechanismen langsam greifen. Sehr habe ich mich für Toker gefreut, der genug einstecken musste zuletzt – von mir und dem Team – und heute die richtige Reaktion gezeigt hat und sich mit dem Tor selbst belohnte. Auch was Tolga und Burak Tuna heute gespielt haben war wirklich grandios. Gerade mit Tolga bekommen wir im Mittelfeld die nötige Stabilität jetzt auf den beiden 6er Positionen. Sie haben dem Spiel den Stempel aufgedrückt und das von Beginn an.“

Fazit: Zeiskam gewinnt absolut verdient dieses Derby. Es war ein flottes Spiel, das etwas mehr Biss und Wille von Dudenhofener Seite gebraucht hätte, um ein grandioses Spiel zu werden. Aber Respekt vor Trainer Schultz, der ein absolut ehrliches und offenes Statement zum Spiel abgab und sich nicht wie manche Trainer hinter Floskeln oder Alibis (Fehlen von Firas Zein, Hoffmann usw.) versteckte. Das wünscht man sich als Fan und Presse so, und ich wünsche beiden Mannschaften noch den größtmöglichen Erfolg für die verbleibende Runde.


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