A-Klasse: FC Lustadt – TSG Deidesheim

FC Lustadt – TSG Deidesheim 2:3 (1:1)

Bericht und Fotos: T.W.

Heute zog es mich mal nach Lustadt und ich bereute es nicht. Das Spiel war nicht gerade auf höchstem A-Klasse Niveau, aber es war viel los.

Bereits in der 2. Spielminute hatte Radu nach guter Vorarbeit von Schneider die erste Einschussgelegenheit. In den ersten 30 Minuten fand der Gast gar nicht statt und Lustadt war klar überlegen. Folgerichtig erzielte Radu nach 21 Minuten per platziertem Flachschuss aus 18 Metern das 1:0. Keinen Vorwurf an den sehr guten Gästekeeper Gogel, er war schon einen Schritt nach rechts gegangen, da eigentlich alle mit einem Zuspiel von Radu auf den toll einlaufenden Wall rechneten.

Eben jener Wall bereitete in der 26., 28. und 31. Minute drei Mal hervorragend vor, aber die ersten beiden Assists vergab Hellmann und den dritten Schneider. Zwei Mal hatte Gogel super pariert. Auch in der 39. Minute parierte er einen Wall Freistoß sehr gut. Und wie es halt im Fußball manchmal so läuft, aus dem Nichts heraus gab es plötzlich einen Handelfmeter für Deidesheim. Dieser war durchaus umstritten und nicht die einzige Entscheidung von Schiedsrichter Freitag, die die Zuschauer anders sahen. Aber Schubing vergab den Elfer, da er nur den Pfosten traf. Dies war jedoch der Weckruf für die Gäste und nur 2 Minuten später erzielte Lisson nach einem tollen Konter den 1:1 Ausgleich.



In der letzten regulären Minute der 1. Halbzeit kam Dausch 5 Meter vorm Gästegehäuse frei zum Kopfball, zog die Kugel aber vorbei. Vier Minuten ließ Freitag nachspielen; das hätte er besser nicht getan, denn in der letzten Minute der Nachspielzeit ging er nach einem satten Schuss an den Kopf KO.

Nun war Halbzeit und der verletzte Michael Dambach analysierte den Spielverlauf richtig: „Die Chancenauswertung ist halt furchtbar. Wir müssten schon 3-4 zu Null führen und nun steht es 1:1.“

Die Geschichte der 2. Halbzeit ist schnell erzählt. Der Gästetrainer Rudolf Benkler wechselte sich selbst ein und plötzlich war Struktur im Spiel der Deisdeheimer. Schon in der 53. Minute fruchtete die Einwechslung. Benkler spielte einen tollen Ball auf Seckinger, der tankte sich schön auf rechts durch und seine Flanke fand 3 Meter vorm Tor wiederum Lisson, der zum 1:2 einnickte – an einem guten Tag hätte Theobald im Gehäuse der Lustadter vielleicht noch die Fingerspitzen an den Flankenball bekommen.

Sechs Minuten später marschierte Tobias Gleich nach wiederholtem Foulspiel mit gelb-rot vom Platz. Diese Überzahl nutzten die Gäste und nahmen nun das Heft des Handelns endgültig in die Hand. Geschickt wurden die Räume eng gemacht und schnell gekontert. So tauchte Marvin Ehrenpreis alleine vor Theobald auf, dieser parierte sehr gut mit dem Fuß.

Die Überzahl wurde in der 67. Minute wieder her geschenkt, denn Benaouda leistete sich eine total unnötige Grätsche und musste deshalb ebenfalls mit gelb-rot vom Platz. Wer nun dachte, die Gastgeber legen noch mal los, wurde bitter enttäuscht. In der 78. Spielminute entschied Benkler mit einem durchaus haltbaren Freistoß ins Torwarteck die Partie. Bis zur 90. Spielminute hatte Lustadt nicht eine einzige Torchance in Halbzeit 2.

Aber dann ging es noch mal rund. Nach guter Vorarbeit von Hellmann tauchte Markus Hajok alleine vorm Gästegehäuse auf und setzte aber völlig unbedrängt den Ball neben das Tor. Hajok war es vorbehalten in der 3. Minute der Nachspielzeit doch noch den 2:3 Anschlusstreffer zu erzielen. Kurz danach pfiff Schiri Freitag das Spiel ab und Deidesheim ging aufgrund der 2. Hälfte keinesfalls unverdient als Sieger vom Platz.

Interview mit dem Trainer der TSG Deidesheim, Rudolf Benkler.

Ihr Fazit zum Spiel?
Rudolf Benkler: „Ich bin heute sehr zufrieden. Mit unseren geringen Mitteln hier nach Lustadt zu fahren und bei einer durchaus ambitionierten Mannschaft zu gewinnen ist einfach toll. Ich kann meiner Mannschaft nur ein Riesenkompliment machen.“

Mal ehrlich, beim 1:3 haben Sie gesehen, dass der Torwart nicht optimal stand?
Benkler: „Ja, das habe ich gesehen. Und er sah den Ball auch zu spät denke ich, denn ich sah den Torwart auch nicht und dachte nur, die Ecke muss frei sein“.

Herr Benkler sie sind erst zur Halbzeit gekommen, haben dann aber gleich Struktur in ihr Spiel gebracht. Warum nicht von Beginn an?
Benkler: „Ich bin doch schon etwas älter jetzt und plage mich mit einer Entzündung im Fuß rum. Da ging nicht mehr. Aber ich bin froh, wenn ich der Mannschaft immer noch helfen kann.“

Fazit: Natürlich hätte Lustadt in der 1. Halbzeit das Spiel entscheiden können, aber wer so abbaut und in der 2. Spielhälfte gar nicht mehr gefährlich vors gegnerische Tor kommt, muss mit der Niederlage leben können. Was ein Spieler mit der Erfahrung eines Benkler noch reißen kann, war heute auch zu sehen. Ich wünsche beiden Mannschaften viel Erfolg und eine verletzungsfreie Runde.


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