Relegation zur Regionalliga: SC Hauenstein – FC Nöttingen

SC Hauenstein – FC Nöttingen 4:4 (1:3)

0:1 (4.)
0:2 (6.)
1:2 Straub (29. FE)
1:3 (36.)
———
2:3 Rösner (52.)
3:3 Rösner (64.)
4:3 Straub (73. FE)
4:4 (87.)

Bericht: Glory Game

Die Wetterprognosen waren zwar nicht die besten, aber die extrem interessante Konstellation vor dem Spiel sorgte doch für eine Kulisse irgendwo zwischen 1200 und 1500 Zuschauer, die genaue Zahl wurde nicht durchgesagt. Klar war, wenn Nöttingen ein Remis oder einen Sieg holt, sind sie oben. Bei einem 1:0 oder 2:1 für Hauenstein wäre Rot-Weiß Frankfurt aufgestiegen, bei einem 3:2 für Hauenstein gibt es einen Losentscheid, und bei jedem höheren Sieg vom SCH (4:3, 5:4 oder mit 2 und mehr Toren Unterschied) wäre die Mannschaft aus dem Wasgau in die Regionalliga aufgestiegen.

Das Spiel wurde vom 2.Liga-Schiri Robert Kempter geleitet, der während des Spiels häufig – und soweit ich das mitbekommen habe, leider auch danach – im Mittelpunkt der Ereignisse stand. Eins vorneweg, für die 9 Euro Eintritt bekam man allerhand geboten heute mittag.
Dabei sah die Angelegenheit am Anfang nach einer einseitigen Nummer aus. Durch einen direkt verwandelten Freistoß und einen im Nachschuss verwandelten Foulelfmeter stand es ruckzuck 0:2. Jusufi vergab Mitte der ersten Halbzeit freistehend den Anschluss, der gelang dann Straub per sicher verwandeltem Foulelfmeter. Nöttingen konnte aber noch vor der Pause per Kopf nach Freistoßflanke auf 1:3 erhöhen.

Nach der Pause wurde es von Minute zu Minute dramatischer. Innerhalb kurzer Zeit konnte Hauenstein zwei Tore nach dem exakt gleichen Muster erzielen, Freistoß aus halbrechter Position, und der aufgerückte Innenverteidiger Sandro Rösner traf jeweils aus kurzer Distanz zum 2:3 bzw. 3:3. Kurz nach dem Ausgleich wäre ihm fast sogar ein Hattrick gelungen, der Kopfball klatschte aber nur an die Latte. Eine gute Viertelstunde vor dem Ende gab es den nächsten Freistoß für Hauenstein, der in der Pause eingewechselte Zimmermann wurde beim Kopfballversuch zu Fall gebracht. Straub verwandelte den Foulelfmeter erneut sehr sicher. Fünf Minuten vor Schluss erhielt der SCH-Stürmer Zimmermann nach grobem Foulspiel die rote Karte. Auf einmal begann Hauenstein zu schwimmen und verlor jede Ordnung, sodass Nöttingen der viel umjubelte Ausgleich per Kopf gelang. Hauenstein warf in Unterzahl alles nach vorne, aber die beste Möglichkeit in der Nachspielzeit vergab Nöttingen bei einem Konter.

Mit dem Abpfiff war die Aufregung jedoch noch nicht vorbei. Zuerst wollten ein paar SCH-Spieler dem Schiri ihre Meinung geigen, sie wurden von den eigenen Leute aber zurückgehalten. Die drei Unparteiischen mussten beim Verlassen des Feldes von rund einem halben Dutzend Ordnern vor wütenden Zuschauern geschützt werden, dabei kam es zu Rangeleien. Es war alles etwas unübersichtlich, einige Leute haben später behauptet, Robert Kempter sei tätlich angegriffen worden. Ob das stimmt, kann ich aber nicht sagen. Auch Nöttingen zeigte nach dem Spiel nicht nur seine gute Seite, zwei provozierende „Fans“ wurden von Polizei und Ordnern vom Feld geholt, auch zwischen den Spielern beider Mannschaften kam es Minuten nach dem Abpfiff nochmals zur Rudelbildung.

Vom Spielverlauf her war alles drin, was ein Relegationsspiel ausmacht. Technisch nicht immer ein Leckerbissen, aber mit unheimlich viel Einsatz und Kampf geführt. Die Aufholjagd von Hauenstein verdient in dem Fall Beachtung. Warum man am Ende auf den Schiedsrichter losgehen muss, kann ich bestenfalls in Ansätzen verstehen. Es ist zwar richtig, dass allgemein recht kleinlich gepfiffen wurde, es war relativ leicht möglich, Freistöße herauszuholen (7 der 8 Tore fielen nach Standardsituationen, nur das 4:4 fiel aus dem Spiel heraus). Von der kleinlichen Art profitierte in der 1. Halbzeit Nöttingen, bei den Toren nach der Pause aber auch Hauenstein. Die rote Karte war meiner Meinung nach vertretbar, Zimmermann geht vollkommen wild in den Zweikampf, und das in der gegnerischen Hälfte.

Aus pfälzischer Sicht sehr schade, dass es der SCH nach 2015 auch in 2016 nicht in die Regionalliga geschafft hat. Zumindest bleibt als Trostpflaster endlich einmal die Teilnahme im DFB-Pokal.


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