Bezirksliga: 08 Haßloch – FV Heiligenstein

08 Haßloch – FV Heiligenstein 0:0

Es gibt torlose Unentschieden von der guten Sorte; dies war keins davon. Die gut 100 Zuschauer hatten die Wahl sich entweder zu ärgern oder das Ganze mit Humor zu betrachten. Letzteres taten, anhand einiger Slapstick ähnlicher Einlagen, wie z.B. bei unterirdischen Ballannahmen oder Ping-Pong gleichenden Fehlpassserien, nicht wenige. Die 1. Halbzeit, des insgesamt nicht mal wirklich unfairen Spiels war geprägt von vielen, teilweise krachenden Fouls, die weniger aus Unsportlichkeit zustande kamen, als eher aus Unkonzentriertheit und Schlampigkeit beim Verteidigen bzw. im Zweikampf. Spielerisch war Heiligenstein im Vorteil, aber eigentlich deshalb, weil man ein wenig weniger schlecht agierte als Haßloch. Die favorisierten 08er waren lange Zeit, bis in die 2. Halbzeit hinein, nicht in der Lage vernünftigen Spielaufbau zu betreiben oder erfolgversprechend in die Offensive zu kommen. So hatte der Gast in Person von Ali Dib den einzigen gefährlichen Torschuss im ersten Spielabschnitt zu verbuchen. 08-Keeper Kai Anschütz konnte den Abschluss von halblinks abwehren, aus dem möglichen Abstauber zum zu dem Zeitpunkt nicht unverdienten 0:1 wurde nichts wegen der Abseitsstellung des Heiligensteiner Spielers.

Bis 20 Minuten vor Spielende änderte sich am oben geschilderten Ablauf nichts. Okay, Ilja Gatzke brachte in der 57. den Ball aus der Distanz aufs Gehäuse, das war aber kein Problem für Anschütz. Endlich, ab knapp 20 Minuten vor Schluss war mehr Action in der Partie. Die Haßlocher Offensivfraktion begann plötzlich sich schneller und effektiver zu bewegen. Möglicherweise durch schwindende Kräfte gab es Räume für gute Angriffe. In der 71. Minute landete eine Flanke von der rechten Außenbahn beim an der 5m-Linie frei stehenden Dominik Doll. Sein Seitdrehschuss flog jedoch einige Meter über die Querlatte. Da auch Marc Hofmeister in der 79. mit seiner guten Position nichts anzufangen wusste, sei es durch einen Abschluss oder eine Rückgabe zu einem Mitspieler, blieb es torlos. Gerecht, weil keiner der Kontrahenten den Sieg verdient hatte.

Fazit: Der eine Punkt nützt keinem der Beiden. Heiligenstein bleibt mit 5 Punkten weiterhin Letzter, Haßloch verlor den Relegationsplatz an den FSV Schifferstadt.
Damit nicht der Eindruck entsteht, das Spiel soll hier schlecht geredet werden – gut war es wirklich nicht – sei angemerkt, dass es durchaus unterhaltsam war. Eine gewisse Spannung konnte man der Partie auch nicht absprechen. Beide Teams bemühten sich im Rahmen ihrer heutigen Möglichkeiten redlich, theoretisch hätte jederzeit der Durchbruch zu einem Knallerspiel kommen können; ein Tor wäre wahrscheinlich in der Hinsicht förderlich gewesen. Ansatzweise gelang dies, vor allem Haßloch, in der letzten Viertelstunde. Aber als dann der Schlusspfiff ertönte, war es auch in Ordnung.

Foto: Von den wenigen Torchancen der Partie war dies wohl die beste; Dominik Doll zieht frei stehend aus 5m drüber.

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Kommentare

Bezirksliga: 08 Haßloch – FV Heiligenstein — 2 Kommentare

  1. Alles Ansichtssache ! Der FVH hatte über 80 Minuten mehr vom Spiel und nahm Haßloch geschickt die Spielräume. Einziger Mangel war am Ende die ungeschickte Chancennutzung. Aber ein schlechtes Spiel war es auf keinen Fall.
    Mein Fazit: zwischen Anfang und Ende der Tabelle entscheiden in dieser Klasse nur Nuancen!

  2. Ja, ist wohl Ansichtssache. Hab ja geschrieben, dass es durchaus unterhaltsam war. Und langweilig war es auch nicht. Ich denke schon, dass man von Heiligensteiner Seite mit dem Spiel und dem Punkt zufrieden sein kann. Aber es war schon so, dass Zuschauer in meiner Nähe entweder murrten oder teilweise amüsiert waren, ob der vorhandenen Fehler. Im Prinzip haben ein paar mehr Torchancen und dann halt die Tore gefehlt. Geht das Ding 2:2 aus, hätte man bestimmt von einem guten Spiel sprechen können. Sagen wir mal so, Heiligenstein hat das im Großen und Ganzen recht gut gemacht, wie Du auch schreibst. Vom Favoriten Haßloch hätte man aber ein wenig mehr verlangen können. Abgesehen von der letzten Viertelstunde war das eindeutig zu wenig.

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