Landesliga: Viktoria Herxheim – TuS Altleiningen

Viktoria Herxheim – TuS Altleiningen 1:2 (1:2)

Tore: 1:0 Boro Garic (15.), 1:1 Thomas Wiszniowiecki (28.), 1:1 Reinhard Fischer (37., FE)
Zuschauer: ca. 200

Das was nach dem Abpfiff einer desolaten Partie Herxheims ablief – kurzes Gespräch zwischen Trainer und Präsident, sowie zweideutige Aussagen bzw. keine Negierung auf die Frage danach von Verantwortlichen und Spielern -, lässt im Prinzip nur den Schluss zu, dass Viktoria-Trainer Jens Bodemer von seinem Amt zurück getreten ist. Die offizielle Bestätigung steht noch aus. Ein klares Dementi erfolgte jedenfalls von keinem der Angesprochenen.

Foto: Manchmal sagen Gesichter mehr als Worte…

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Das war aber auch eine, Zitat eines Vereinsmitglieds, „Viktoria unwürdige Leistung“. War Bodemer in der 1. Halbzeit noch am dirigieren seiner Mannschaft, wurde er in der 2. Spielzeit mit zunehmender Spielzeit immer ruhiger, um nicht zu sagen, resignierter.
Angefangen hat Herxheim dabei gar nicht schlecht, bestimmte das Geschehen auf dem Platz weitgehend und ging in der 15. Minute folgerichtig, wenn auch durch einen Standard, in Führung. Boro Garic zog einen Freistoß fast von der linken Auslinie scharf nach innen und der Ball flog durch Freund und Feind hindurch ins lange Eck, 1:0.
In der 27. hätte Alexander Schneider bei einer Stocherei knapp vor der Torlinie das 2:0 machen können, die Situation wurde von den Gästen aber glücklich geklärt. Im Gegenzug, einem Konter, Herxheim hatte sich noch nicht sortiert, netzte Thomas Wiszniowiecki zum 1:1 Ausgleich ein. Das Tor machte dem TuS sichtlich Mut, man kam besser ins Spiel, während bei Herxheim immer weniger zusammen lief.
Nach 37 Minuten profitierte Altleiningen wieder von einer Abwehrschwäche, die zu einem Foulelfmeter führte. Reinhard Fischer verwandelte sehr sicher halbhoch. Dabei blieb es bis zum Pausenpfiff des m.E. gut leitenden Schiedsrichters Michael Kimmeyer.

Foto: Reinhard Fischer versenkt den Strafstoß sicher zum 1:2

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Ich glaube, die Spielweise seiner Mannschaft in der 2. Halbzeit ließ dann endgültig die Entscheidung zum Rücktritt, so es denn so sein sollte, reifen. Trotz dreier Wechsel blieb alles Stückwerk, da war keine Harmonie in der Mannschaft, die Laufwege stimmten überhaupt nicht. Das Anrennen, das stemmen gegen die Niederlage wirkte plan- und kopflos, einfachste Pässe kamen nicht an, bzw. wurden blind gespielt ohne den Mitspieler anzupeilen. Das war in der Tat schlimm mit anzusehen.

Foto: Bodensehs Schuss landet in der 74. Minute nur auf der Latte

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Und doch hätte Herxheim mindestens noch den Ausgleich erzielen können. In der ersten Szene in der 70. Minute brachte Dennis Bodenseh eine gute Flanke nach innen, wo sich Christian Liginger toll einsetzte, den Kopfball jedoch denkbar knapp am Lattenkreuz vorbei zog. Vier Minuten später landete ein schön angesetzter 16m-Abschluss von Bodenseh auf der Querlatte – das war Pech. Aber sonst basierte das Aufbäumen fast nur auf der Hoffnung auf einen Zufallstreffer oder einen Fehler des Gegners – beides trat nicht ein. Da auch Altleiningen seine Konter nicht sehr konzentriert bzw. gar nicht zu Ende spielte, blieb es bei dem 2:1 Sieg der Gäste.

Zum Bericht von A.H. (Herxheim)

Landesliga: SV Geinsheim – TuS Altleiningen

SV Geinsheim – TuS Altleiningen 4:1 (1:1)

Tore: 1:0 Pascal Nebel (6.), 1:1 Thomas Wiszniowecki (28.), 2:1 Nebel (60.), 3:1 Nebel (77., HE), 4:1 Nebel (82.)
Bes. Vork.: gelb-rot für Julian Pfeifer (18.)

Foto: Nebels sicher verwandelter Handelfmeter zum 3:1

Die Ausgangslage war klar; Altleiningen hätte sich mit einem Sieg weiterhin in der Spitzengruppe manifestieren können, nach den drei Punkten gegen Marienborn am ersten Spieltag. Auch ein Punkt wäre, grade auswärts, wohl noch okay gewesen. Für Geinsheim konnte nach der vorwöchigen Niederlage in Neustadt, das übrigens heute in Bodenheim zweistellig eingeschenkt bekam, nur ein Dreier das Ziel sein.

Nach 6 Minuten sah es für den SV Geinsheim gar nicht schlecht aus, Pascal Nebel nahm die gute Vorlage von Christoph Appel dankbar an und netzte souverän zum frühen 1:0 ein.

In der Phase danach war die Szenerie von vielen Fouls geprägt. Ein recht „beherztes“ taktisches beging Julian Pfeifer in der 18. Minute auf Höhe der Mittellinie an der Außenlinie. Dafür gab es selbstverständlich gelb. Die sofort anschließende gelb-rote sah er wegen der Rangelei (laut Schiri) während einer Rudelbildung. Eine harte Entscheidung.

In Unterzahl schien Geinsheim jegliches Selbstvertrauen verloren zu haben. Ab sofort wurde sehr defensiv und fast nur mit Befreiungsschlägen (re)agiert. Das erkannten die Gäste und bauten allmählich Druck auf Richtung Tor der Gastgeber. Der Erfolg stellte sich in der 28. Minute ein, als ein langer Pass in die zentrale Spitze Thomas Wiszniowecki erreichte und dieser die Kugel an Sebastian Schindler vorbei ins Gehäuse spitzelte, 1:1.

War der SVG schon vor dem Gegentreffer bestrebt möglichst nichts anbrennen zu lassen, wechselte Rudi Brendel danach einen Defensivspieler ein. Steffen Gaul kam für Richard Maier. Gut, immerhin hielt man das Unentschieden bis zum Pausenpfiff.

Sollte man allerdings in der 2. Halbzeit so weiter spielen, wie zum Ende der ersten, würde das mit absoluter Sicherheit fatal, sprich mit einer Niederlage enden. Das wäre aber als Feigheit vor dem Feind zu werten gewesen. Und das sahen wohl auch die Geinsheimer Mannschaft und ihr Trainer so, und auch im Sinne der ca. 150 Zuschauer wehrte man sich nach Wiederanpfiff gegen Punktverluste.

Trotz Unterzahl war der SVG nun das Spiel bestimmende Team. Nachdem Nebel in der 52. einen Freistoß noch nur an die Latte gesetzt hatte, machte er es nach exakt einer Stunde (60.) besser. Vor seinem zweiten Tor tanzte er durch die gesamte Abwehr und auch Gästekeeper Lars Dößereck aus und schob zum 2:1 ein.

Die einzige echte Torchance für die desolaten Gäste hatte Florian Pfeifer in der 70. Minute. Seinen gefährlichen Schrägschuss parierte Schindler mit einer sehenswerten Flugeinlage zur Ecke, die nichts einbrachte.

In der 77. setzte Nebel den fälligen Handelfmeter zum 3:1 in die Machen und mit dem schönsten Tor des Tages, einem angedeuteten „Hüftdrehschuss“, gelang ihm auch der Treffer zum 4:1 Endstand.

Was Altleiningen in der 2. Halbzeit ablieferte, war schlicht und ergreifend Grottenfußball; null Plan was man mit der numerischen Überlegenheit anfangen soll, ein Haufen Fehlpässe und dazu Abwehrfehler, die zu den Toren führten.
Geinsheim besann sich rechtzeitig noch darauf, dass man auch mit nur neun Feldspielern ein Spiel nicht aufgeben muss und gewann aufgrund der engagierten Leistung in der 2. Hälfte auch in der Höhe verdient.